In Zeiten des Aufruhrs triumphiert die Angst. Angst ist eine verständliche Reaktion auf die Anschläge von Paris. Angst kann die Sinne schärfen, aber sie kann auch gefangen nehmen. Die Steigerung von Angst, eine weitere Drehung der Schraube, ist Panik, bei der am Ende die Furcht bloß noch körperlich ausagiert wird. Kopflose Flucht, lähmende Starre. Panikattacken sind ein schmerzhafter, krankhafter Zustand, irgendwo zwischen Angst und Panik beginnt die Grauzone der psychotischen Reaktionen.

Ein Teil dieser Antworten könnte die Bevölkerung verunsichern“, lautet der paradoxe Satz, mit dem der Deutsche Innenminister Thomas de  Maizière  sagte, dass er lieber nichts sagt. Dabei macht gerade das Verheimlichte Angst. Weil es offen ist für Schreckphantasien.

In einer Folge der Trickfilmserie „Die Simpsons“, in der sich Springfield in eine Verbrecherhöhle verwandelt, begrüßt der Fernsehmoderator Kent Brockman einen Sicherheitsexperten in seiner Sendung. Brockman fragt: „Herr Professor, ohne Sie zu bitten, die Gefahr genauer zu präzisieren, würden Sie unseren Zuschauern raten, sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen?“ Der Experte antwortet: „Ohne jeden Vorbehalt.“ Experten dieser Art bevölkern zur Zeit die Schirme.  Satire meets reality.

Vom Hirtengott Pan, Namensgeber des Begriffs Panik, heißt es, dass er einmal in der Mittagsstille mit einem gellenden Schrei die Massenflucht ganzer Schaf- und Rinderherden auslöste. Das war die erste Stampede der Menschheitsgeschichte.

Vielleicht wäre es Zeit für eine begriffliche Abrüstung. Nein, wir befinden uns nicht im Krieg. Ein Weltkrieg (der Kulturen oder Religionen) findet nicht statt. Niemand muss einen Stahlhelm aufsetzen.

Siehe Terroropfer: Grafik 1, Grafik 2

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