Die Heulgesichter des Suprematismus

Ein Prediger auf Pilgerschaft durch fremde Siege

Abou Hafs, jener salafistische Prediger aus den Niederlanden, der regelmäßig zu Demonstrationen und zum „Widerstand“ gegen christliche Versammlungen aufruft, darunter jene der Christen für Israel, hat sich jüngst ein neues Bühnenbild gesucht. In der Mezquita-Catedral de Córdoba schlendert er durch die monumentalen Hallen, zieht jene theatralischen Heul-Heul-Gesichter, die in den sozialen Medien mittlerweile zu seinem Markenzeichen geworden sind, und blickt mit unverhohlenem Abscheu auf die christliche Pracht. Wörtlich nennt er das Bauwerk ein „Haus des Götzendienstes“, ein Ort des shirk, jener nach islamischer Lehre schwersten aller Sünden. Die Szene wirkt wie eine schlechte Komödie: ein Mann, der in Europa christliche Versammlungen einschüchtern lässt, steht nun im Herzen Andalusiens und trauert öffentlich der verlorenen islamischen Herrschaft nach. Die Ironie ist so dick aufgetragen, dass selbst ein Zyniker wie Voltaire sie kaum besser hätte inszenieren können.

Die historische Rechnung, die nie beglichen wird

Die Mezquita-Catedral trägt ihre Geschichte wie eine offene Wunde der Erinnerung. Im 8. Jahrhundert errichteten muslimische Eroberer ihre große Moschee gewaltsam auf den Überresten einer westgotischen christlichen Kirche. Die Basilika wurde niedergerissen, die christlichen Spuren weitgehend getilgt, und an ihrer Stelle erhob sich das Symbol der neuen islamischen Herrschaft. Córdoba wurde zum Juwel des Kalifats, ein Leuchtfeuer der Eroberung, das weit über die Iberische Halbinsel hinausstrahlte. Doch die Reconquista kehrte das Blatt. Im Jahr 1236 eroberten christliche Truppen unter Ferdinand III. von Kastilien die Stadt zurück. Die Moschee wurde zur Kathedrale geweiht, ein Akt der Rückeroberung, der nicht nur militärisch, sondern auch symbolisch die christliche Präsenz wiederherstellte. Heute steht das Bauwerk als steingewordene Lektion: Reiche wechseln, Herrschaften vergehen, und keine Zivilisation darf sich einbilden, ihre Eroberungen seien ewig. Abou Hafs jedoch erträgt diese Lektion nicht. Für ihn bleibt die Kathedrale ein geraubtes islamisches Heiligtum, während er gleichzeitig in den Niederlanden fordert, dass christliche Stimmen verstummen sollen. Die Doppelmoral ist atemberaubend.

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Der Ruf nach Respekt für eigene Eroberungen, der keinerlei Gegenleistung kennt

Hier offenbart sich der Kern des islamischen Suprematismus, wie ihn Figuren wie Abou Hafs verkörpern. Muslime dieses Schlages verlangen von der westlichen Welt, dass sie die historischen islamischen Eroberungen als legitime kulturelle Errungenschaften respektiert – von Andalusien über Konstantinopel bis hin zu den unzähligen indischen Tempeln, die Moscheen wichen. Gleichzeitig dulden sie keine christliche oder jüdische Präsenz in jenen Gebieten, die einst unter islamischer Flagge standen. Spanien soll die islamische Vergangenheit feiern, doch wehe, Christen versammeln sich friedlich in den Niederlanden. Abou Hafs hetzt gegen solche Treffen, bis in Katwijk die Lage letztes Jahr völlig und zu Recht außer Kontrolle geriet. Die Botschaft ist glasklar: Unsere Eroberungen sind heilig, eure Rückeroberungen sind Diebstahl. Ihr habt uns zu respektieren, wir euch nicht einmal zu tolerieren. Diese Haltung ist keine Randerscheinung eines verirrten Predigers, sondern der logische Ausdruck einer Weltsicht, die die Welt in Dar al-Islam und Dar al-Harb teilt – Haus des Friedens und Haus des Krieges. Frieden herrscht nur dort, wo der Islam dominiert. Alles andere ist vorläufiger Waffenstillstand.

Die tödliche Illusion des friedlichen Zusammenlebens

Das Schauspiel in Córdoba entlarvt, warum das vielbeschworene „Zusammenleben“ mit diesem Suprematismus keine harmlose Multikulti-Phantasie, sondern eine tödliche Illusion darstellt. Abou Hafs und seinesgleichen akzeptieren Nicht-Muslime nicht als Gleichberechtigte, sondern nur als dhimmis – geduldete Unterworfene – oder als Feinde, die es zu vertreiben gilt. Sie fordern Moscheen in Rotterdam und Amsterdam, während sie in Riad oder Mekka christliche Kirchen verbieten würden. Sie genießen die Freiheiten des säkularen Rechtsstaats, um eben diesen Rechtsstaat schrittweise zu untergraben. Die Niederlande, einst Hort der Toleranz, erleben nun, wie salafistische Netzwerke christliche Versammlungen stören, wie Prediger zum „Widerstand“ aufrufen und wie die Gewaltbereitschaft in manchen Vierteln steigt. Katwijk war nur ein Vorgeschmack. Der salafistische Prediger, der in Córdoba Heulgesichter macht, ist derselbe, der in Europa die christliche Präsenz als Provokation empfindet. Wer solche Widersprüche ignoriert, betreibt keine Integration, sondern kapituliert vor der Eroberung durch Demographie und Ideologie.

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Der zynische Vorschlag an die Adresse des Predigers

Abou Hafs sollte die Konsequenz ziehen, die er anderen so gern predigt: Er und seinesgleichen gehören nicht in die Niederlande. Die Freiheit, die er dort genießt, um Christen einzuschüchtern, steht ihm in den islamischen Paradiesen, die er so sehr herbeisehnt, nicht zu. Soll er doch in ein islamisches „Drecksloch“ seiner Wahl auswandern, wo shirk mit dem Tod bestraft wird und wo keine lästigen Kathedralen die Reinheit des Glaubens stören. Dort kann er ungestört jammern, dass die Christen Córdoba zurückerobert haben, während er selbst unter einer Herrschaft lebt, die keine Abweichung duldet. Die Niederlande hingegen täten gut daran, ihre naive Gastfreundschaft zu überdenken. Wer die Hand beißt, die ihn nährt, und gleichzeitig nach der Rückkehr mittelalterlicher Herrschaftsverhältnisse ruft, hat in einer liberalen Demokratie nichts verloren. Die Geschichte Andalusiens lehrt uns, dass Reiche kommen und gehen. Doch sie lehrt auch, dass jene, die nur Unterwerfung kennen, niemals echte Partner des friedlichen Miteinanders sein können. Abou Hafs ist kein Einzelfall. Er ist das Symptom einer Ideologie, die sich nie mit weniger als der vollständigen Dominanz zufriedengeben wird. Die Heulgesichter in Córdoba sind nur die traurige Clownsmaske eines sehr alten, sehr gefährlichen Ernstes.