Eine Demonstration am 7. März 2016 in Istanbul anlässlich des Weltfrauentages wurde von den Behörden gewaltsam aufgelöst. Dabei feuerten die Sicherheitskräfte am Sonntag Gummigeschosse in die Menschenmenge.

In der Türkei wird fast jeden Tag eine Frau von ihrem Ehemann, einem Verwandten oder ihrem Lebensgefährten getötet. Den Vereinten Nationen zufolge ist die Wahrscheinlichkeit, dass es in dem EU-Beitrittsaspiranten zu häuslicher Gewalt in der Ehe kommt zehnmal höher als in Ländern der Europäischen Union. Die Gefahr, von einem Mann erschossen, erstochen oder totgeprügelt zu werden, ist für eine Frau größer, als bei einem Autounfall oder an Krebs zu sterben. Gewalt gegen Frauen sei die Haupttodesursache unter Frauen zwischen 15 und 44 Jahren in der Türkei. Auf einem Gleichberechtigungsindex des UN-Entwicklungsprogramms UNDP liegt die Türkei nur auf Rang 77 von 138 Plätzen.

Anmerkung: Erdoğan nannte die Gleichberechtigung von Frauen und Männer im letzten Jahr in einer Rede vor dem Frauenverband Kadem in Istanbul „wider der Natur“, Frauen seien dem Mann anvertraut. Vor diesem Hintergrund kritisierte Erdoğan in seiner Rede, Feministen akzeptierten die Mutterrolle von Frauen nicht. Deshalb könne man ihnen auch nicht den besonderen Stellenwert erklären, den Mütter und Frauen im Islam hätten. Die Frauenbewegung habe «nichts mit unserem Glauben und unserer Kultur zu schaffen», sagte er. Deren Anliegen findet er unislamisch.

Premierminister Ahmet Davutoğlu erklärte kürzlich, Frauen würden mit der Geburt von Kindern einen Dienst am Vaterland leisten, ähnlich dem Militärdienst.

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