In den endlosen Korridoren Brüssels, wo der Teppichboden den Geruch von Kompromissen und kalter Kaffee-Maschine atmet, thront eine versammelte Schar von Gestalten, die man in jeder anderen Epoche der Geschichte bestenfalls als Hofnarren geduldet hätte – und selbst da nur, weil man sie nicht ernst nahm. Heute jedoch regieren sie. Europa, dieser müde Kontinent, der einst mit Dampfmaschinen und Aufklärung die Welt wachrüttelte, liegt nun in den Händen von Menschen, deren geistige Leistungsfähigkeit gerade noch ausreicht, um ein Formular für Subventionen korrekt auszufüllen – und selbst dabei unterlaufen ihnen regelmäßig Fehler, die man mit einem Taschenrechner und etwas gesundem Menschenverstand hätte vermeiden können. Die Idioten sind nicht die, die laut schreien und mit Fäusten drohen; nein, die gefährlicheren sitzen in Anzügen, die teurer sind als das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Landwirts, und sprechen in Sätzen, die so sorgfältig leergefegt wurden, dass nicht einmal ein Staubkorn an Bedeutung zurückbleibt. Sie versprechen Nachhaltigkeit, während sie Flughäfen ausbauen, predigen Vielfalt, während sie die eigene Kultur in Museen einsperren, und verkünden Solidarität, indem sie Schuldenberge aufschichten, die zukünftige Generationen wie Sisyphos-Steine den Berg hinaufrollen werden – nur dass der Berg hier aus Paragraphen besteht und der Stein aus Euro-Zeichen.
Der Kult der regulierten Dummheit
Man stelle sich einen Kontinent vor, der einst Denker hervorbrachte, deren Namen noch heute in Bibliotheken widerhallen, und der nun von Bürokraten verwaltet wird, deren größte intellektuelle Leistung darin besteht, eine Richtlinie über die Krümmung von Gurken zu verfassen und anschließend stolz darauf zu sein. Die Idioten haben das Regieren in eine Kunstform der Vermeidung verwandelt: Vermeidung von Entscheidungen, Vermeidung von Verantwortung, Vermeidung von Realität. Wenn die Welt draußen brennt – metaphorisch und manchmal auch wörtlich –, versammeln sie sich zu Gipfeltreffen, bei denen das wichtigste Ergebnis eine gemeinsame Pressemitteilung ist, die so ausgewogen formuliert wurde, dass sie niemanden beleidigt und gleichzeitig niemandem hilft. Man hört sie von „europäischen Werten“ sprechen, als handle es sich um eine Marke, die man auf Joghurtbecher drucken kann, während sie gleichzeitig zusehen, wie dieselben Werte in den Straßen ihrer Hauptstädte von denen mit Füßen getreten werden, die man einst als Gäste begrüßte und nun als unantastbare Minderheiten behandelt. Der Zynismus liegt nicht darin, dass sie dumm sind – Dummheit wäre entschuldbar, ein biologisches Versehen –, sondern darin, dass sie ihre Dummheit mit der Aura der Expertise ummanteln. Sie zitieren Studien, die sie nicht gelesen haben, berufen sich auf Experten, die sie selbst bezahlen, und erklären jede Kritik zum Populismus, als sei das Wort ein Zauberfluch, der den Spiegel zerbricht, in dem man die eigene Unfähigkeit erkennen müsste.
Die große Theateraufführung der Machtlosigkeit
Es gibt etwas unendlich Komisches daran, wie diese Figuren sich selbst ernst nehmen. Man sieht sie auf Podien stehen, mit ernster Miene und sorgfältig choreografierten Gesten, und verkünden Maßnahmen, deren Wirkung etwa so durchschlagend ist wie ein nasser Schwamm gegen einen Waldbrand. Energiekrisen werden mit Windrädern bekämpft, die bei Flaute stehen und bei Sturm abgeschaltet werden müssen; Migrationsströme werden mit Appellen an die Menschlichkeit gesteuert, als könne man damit Grenzen ersetzen; und wirtschaftliche Stagnation wird mit immer neuen Fonds und Programmen kaschiert, deren Namen so lang sind, dass man sie kaum aussprechen kann, ohne außer Atem zu geraten. Die Idioten haben das Prinzip der Subsidiarität so gründlich missverstanden, dass sie mittlerweile selbst die Farbe der Briefkästen regulieren möchten, während sie bei den wirklich großen Fragen – Sicherheit, Demografie, Wettbewerbsfähigkeit – hilflos mit den Schultern zucken und auf „europäische Lösungen“ verweisen, die niemand kennt und die, falls sie existieren, in irgendwelchen Schubladen vergilben. Der Humor liegt in der Wiederholung: Jede Krise wird mit denselben Phrasen begrüßt, jede Niederlage als „Chance“ umgedeutet, jedes Scheitern als „Lernprozess“ gefeiert. Man könnte glauben, sie hätten ein Drehbuch, in dem der Protagonist immer denselben Fehler macht und das Publikum trotzdem applaudiert, weil der Applaus subventioniert wird.
Der kontinentale Selbstbetrug als Lebensform
Was Europa besonders qualifiziert, in den Händen von Idioten zu liegen, ist die hartnäckige Weigerung, den eigenen Niedergang beim Namen zu nennen. Man blickt auf Statistiken, die schrumpfen, auf Industrien, die abwandern, auf Jugendliche, die auswandern, und auf Gesellschaften, die sich in parallel verlaufende Welten aufspalten – und erklärt das Ganze zum Zeichen von Fortschritt. Die Idioten haben die Kunst perfektioniert, Fakten als Meinungen zu behandeln und Meinungen als Fakten. Sie bauen Türme aus Papier, nennen sie Strategien und wundern sich, wenn der Wind der Realität sie umbläst. Dabei fehlt es nicht an Warnungen; es fehlt an der Fähigkeit, sie zu hören. Der Kontinent, der einst Kolonien verwaltete und Revolutionen auslöste, verwaltet nun vor allem seine eigene Trägheit. Und während draußen die Welt sich neu ordnet – mit Mächten, die weniger zögern und mehr handeln –, sitzen Europas Lenker in klimatisierten Räumen und diskutieren über Gendersternchen und CO₂-Zertifikate, als sei das die entscheidende Schlacht des Jahrhunderts. Der satirische Glanz dieser Szene liegt in ihrer Vollkommenheit: Es ist, als hätte jemand ein Stück geschrieben, in dem die Narren die Könige spielen und das Publikum so lange klatscht, bis die Kulissen einstürzen. Europa liegt nicht bloß in den Händen von Idioten – es scheint sie geradezu zu genießen, solange der Applaus nicht verstummt und die Subventionen fließen.