In der kalten Logik einer Ordnung, die das weibliche Geschlecht als veräußerliches Gut begreift, erscheint der Kauf eines zehnjährigen Mädchens als dritte Ehefrau nach der Beseitigung der beiden vorangegangenen minderjährigen Gattinnen nicht als Ausbruch von Wahnsinn, sondern als konsequente Fortsetzung einer ökonomischen und religiösen Kalkulation. Der Mann, der seine ersten beiden Kinderfrauen ermordet hatte, weil diese durch Ungehorsam und das Versagen, ihren Besitzer ausreichend zu befriedigen, die Familie „entehrt“ hatten, erwarb die Neue wie ein Stück Vieh, dessen Preis sich in Schafen bemessen ließ und dessen zukünftiger Nutzen in Gehorsam, Fortpflanzung und stummer Duldung bestand. Jahre der Folter, systematischer Vergewaltigung und sadistischer Misshandlungen folgten, bis das entmenschlichte Wesen schließlich die Flucht wagte – eine Tat, die in dieser Welt nicht als Befreiung, sondern als neuerliche Ehrverletzung gilt, die den Jäger auf den Plan ruft. Solche Geschichten, wie sie in dem Dokumentarfilm „Wert von 50 Schafen“ exemplarisch geschildert werden, offenbaren nicht einen tragischen Einzelfall, sondern die alltägliche Funktionsweise eines Systems, in dem das Mädchen von Geburt an als Eigentum der männlichen Linie gehandelt wird, dessen Wert steigt oder fällt je nach Gebrauchswert für den Besitzer und dessen „Ehre“.
Die Perversion der Ehe als Eigentumsrecht
Was hier als Ehe firmiert, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als institutionalisierte Versklavung, bei der das Kind nicht Partnerin, sondern bewegliche Habe ist, die bei Unbotmäßigkeit liquidiert werden darf, ohne dass die religiöse oder gesellschaftliche Ordnung dies als Verbrechen registriert. Der Mord an den ersten beiden Gattinnen wird nicht als Totschlag gewertet, sondern als notwendige Reinigung der Familienehre, eine Praxis, die in der doktrinären Logik des politischen Islam ihre Rechtfertigung findet: Die Frau gilt als defizitär, als Quelle potenzieller Schande, deren Körper dem Mann uneingeschränkt zur Verfügung stehen muss, während ihr Wille als Störfaktor behandelt wird, der mit Prügel, Isolation oder dem Tod zu korrigieren ist. Die dritte Erwerbung folgt derselben Ratio – ein neuer Vertrag über ein neues Eigentum, dessen Unreife den Besitzer nicht etwa zur Zurückhaltung, sondern zur umso rigoroseren Durchsetzung seiner Rechte verpflichtet. Hier lacht der Zyniker bitter: Man spricht von „Ehe“, wo doch nur die Übergabe eines lebenden Gegenstands von einem männlichen Eigentümer an den nächsten stattfindet, und nennt die Ermordung von Kindern „Ehrenmord“, als ob die Ehre jemals beim Opfer gelegen hätte und nicht ausschließlich beim Täter, der sein Eigentum vor dem Verlust durch Flucht oder Widerstand schützt.
Die Verschärfung unter der totalen Herrschaft der Strengen
Bereits unter den vormaligen islamischen Normen war das Dasein von Frauen und Mädchen eine Kette aus Entmündigung, Isolation und willkürlicher Gewalt; mit der vollständigen Machtübernahme der Taliban und der rücksichtslosen Durchsetzung ihrer strengen Auslegung der Scharia jedoch verwandelte sich das Grauen in einen staatlich verordneten Dauerzustand. Der Zugang zu Schulen und Universitäten wird Mädchen untersagt, nicht etwa aus praktischen Erwägungen, sondern weil Bildung das weibliche Wesen unbotmäßig machen könnte; Frauen müssen sich vollständig verhüllen und dürfen ihre Häuser nur unter strenger Bewachung oder gar nicht verlassen, damit sie nicht zur Versuchung oder zur eigenständigen Person werden. Kinderehen, Prügelstrafen und Ehrenmorde nehmen explosionsartig zu, weil die Ideologie, die solche Praktiken nicht nur duldet, sondern als gottgewollt sanktioniert, nun keine konkurrierenden Autoritäten mehr duldet. Es handelt sich hierbei nicht um „kulturelle Unterschiede“, die man mit multikultureller Toleranz zu umarmen hätte, sondern um die konsequente Umsetzung einer politischen Theologie, die Frauen und Mädchen systematisch als Eigentum definiert – als Wesen ohne eigene Würde, deren einziger Zweck in der Befriedigung männlicher Bedürfnisse und der Vermehrung der Gläubigen besteht.
Die Lüge von der Gleichwertigkeit der Kulturen
Die Welt schweigt größtenteils, weil das Eingeständnis dieser Realität unweigerlich die Frage aufwerfen würde, ob eine Ideologie, die Frauen als bewegliches Gut behandelt, tatsächlich mit modernen Vorstellungen von Menschenwürde vereinbar ist – oder ob man hier nicht zwei inkompatible Ordnungen vor sich hat, von denen die eine die andere notwendig zerstört, sobald sie die Macht erlangt. Man redet stattdessen von „Tradition“, von „Armut“ oder von „Missbrauch durch Extremisten“, um die doktrinäre Kernursache zu verschleiern: Die Behandlung des weiblichen Geschlechts als Eigentum ist kein bedauerlicher Auswuchs, sondern ein zentrales Element der politischen Auslegung des Islam, das in Gesetzen, Gerichtsurteilen und alltäglicher Praxis manifest wird. Der Westen, der sich selbst als Hüter der Aufklärung feiert, importiert diese Ideologie weiterhin in großem Maßstab, während er gleichzeitig die Fiktion aufrechterhält, alle Kulturen und Weltanschauungen seien gleichwertig und gleichermaßen bereichernd. Diese Gleichsetzung ist nicht naiv, sondern zynisch: Sie dient der Vermeidung unbequemer Wahrheiten, der Aufrechterhaltung von Handelsbeziehungen, dem Gewinn von Wählerstimmen durch demografische Veränderungen und nicht zuletzt der moralischen Selbstgefälligkeit jener, die lieber über „Islamophobie“ lamentieren, als die Opfer dieser Ideologie beim Namen zu nennen.
Der importierte Albtraum und das Ende der Illusion
Während in den Metropolen des Westens über Inklusion und Vielfalt debattiert wird, entstehen in den Parallelgesellschaften exakte Kopien jener Verhältnisse, die in Afghanistan zum staatlichen Programm erhoben wurden: Mädchen werden früh verheiratet, Frauen unterdrückt, abweichendes Verhalten mit Gewalt oder sozialer Ächtung bestraft – alles unter dem Schutz der westlichen Toleranzdoktrin, die jede Kritik an der importierten Ideologie als Angriff auf „die Muslime“ umdeutet. Die Kulturen und Ideologien sind nicht gleich. Eine Ordnung, die Zehnjährige als Ehefrauen erwirbt, Ungehorsam mit Mord ahndet und die vollständige Entmündigung des weiblichen Geschlechts als göttlichen Willen verkündet, steht in fundamentalem Gegensatz zu einer Zivilisation, die Individualrechte, Gleichheit vor dem Gesetz und die Unantastbarkeit der Person als Fundament begreift. Das augenzwinkernde Lächeln, mit dem man diese Tatsache jahrzehntelang ignoriert hat, wird allmählich zur Grimasse: Denn die importierte Ideologie trägt nicht nur ihre eigenen Opfer mit sich, sondern unterminiert Schritt für Schritt die Grundlagen jener Gesellschaft, die sie in gutmütiger Naivität oder berechnender Feigheit aufgenommen hat. Die Schafe, für die ein Mädchen einst den Wert eines Lebens hatte, weiden längst auch auf westlichen Weiden – und die Rechnung wird eines Tages präsentiert werden, wenn die letzten Illusionen von Gleichwertigkeit endgültig verbraucht sind.