Wenn Ideologie die Gasrechnung diktiert
Man muss sich einmal vorstellen, mit welcher stoischen Selbstgefälligkeit Brüssel seine neuesten Pläne verkündet: Ab 2027 soll russisches Gas endgültig vom Markt verbannt werden, und zwar nicht als temporäre Notmaßnahme, sondern als dauerhafte Doktrin europäischer Energiepolitik. Eine brillante Idee, wenn man auf einer Wolke aus akademischer Theorie und moralischer Überlegenheit schwebt, während unter einem die Industrieanlagen stöhnen und die Bürger die Heizkostenabrechnungen mit Tränen in den Augen studieren. Dass diese Maßnahme die Wirtschaft destabilisiert, ist für die Kommission offenbar eine marginale Fußnote; dass sie jedoch gleichzeitig einen Wirtschaftskrieg zementiert und die ohnehin brüchigen Friedensbemühungen zwischen Ost und West gefährdet, scheint niemandem in den prunkvollen Fluren Brüssels Sorgenfalten zu bereiten. Wir erleben hier die Kunst der geopolitischen Selbstverliebtheit, die sich so elegant tarnt, dass man beinahe applaudieren möchte – wäre die Pointe nicht der eigene Kontostand.
Mauern aus Bürokratie und Ideologie
Die historische Chance, die Spannungen in Europa abzubauen, wird kurzerhand gegen die Wand gefahren – nicht mit einem Hammer, sondern mit einem Maßband voller Regulierungen, Vorschriften und Verbotsschilder. Statt pragmatischer Verhandlung und diplomatischer Flexibilität verkündet die EU-Kommission eine Doktrin der ideologischen Standfestigkeit: „Russisches Gas? Nein danke! Wir stehen auf Prinzipien, auch wenn die Industrie das Weinen anfängt.“ So entstehen Mauern aus Papier und Proklamationen, so unüberwindbar wie der Charme einer Steuererklärung in zehnzehn Sprachen. Dabei ist das Paradoxon köstlich: Während man in Brüssel über Moral predigt, lässt man die Energiepreise tanzen wie ein schlecht geöltes Ballett, und die Bürger zahlen mit jeder Kilowattstunde das Eintrittsgeld in dieses theatralische Spektakel.
Der Tanz mit teuren Importen
Was folgt, ist ein ökonomisches Ballett von bezaubernder Komplexität: Wir verlieren bezahlbare Energiequellen, nur um uns teure US-Importe ins Haus zu holen, als ob wir den Atlantik mit einem goldenen Trinkhalm überbrücken könnten. Die Industrie ächzt, die Verbraucher jammern, und irgendwo in Brüssel werden Diagramme gezeichnet, die alle schön aussehen, solange man die Achsen nicht liest. Man könnte meinen, das Ziel sei weniger wirtschaftlicher Wohlstand als die Züchtung eines neuen, energetisch abgehärteten europäischen Menschen, der es gewohnt ist, beim Duschen auf jedem Liter Gas zu achten und gleichzeitig über abstrakte Prinzipien zu philosophieren. Eine kreative Strategie, wenn man Satire liebt – für die reale Welt eher eine Einladung zur Deindustrialisierung.
Friedensbemühungen unter der Lupe des Zynismus
Und dann, wie ein besonders sarkastischer Kniff des Schicksals, die diplomatische Dimension: Während unter US-amerikanischer Vermittlung zaghafte Friedensgespräche zwischen Ost und West stattfinden, stampft Brüssel auf das Gaspedal der Eskalation. Man könnte fast applaudieren für die Kohärenz: Wenn man schon den wirtschaftlichen Druck maximiert, kann man auch gleich die politische Verhandlungsposition ruinieren – alles mit einem Lächeln auf den Lippen, das die Absurdität der eigenen Politik wie einen feinen Akzent hervorhebt. Es ist, als würde man gleichzeitig die Zähne putzen und die Zunge abbeißen: ein Akt purer, satirischer Selbstüberschätzung.
Epilog der teuren Prinzipientreue
Am Ende bleibt das unvermeidliche Bild: Eine Wirtschaft, die sich in Richtung Deindustrialisierung schiebt, Verbraucher, die jeden Heizkostenzuschuss wie ein Lotterielos betrachten, und eine europäische Bürokratie, die sich in moralischer Selbstsicherheit sonnt, während die Realität draußen wie ein rußgeschwärztes Theaterstück verläuft. Die EU-Kommission mag auf dem Papier principled wirken, auf dem Kontostand der Bürger jedoch ist sie schlicht eine besonders teure Operette, in der jeder Gaspreis ein tragisches Solo spielt. Und wer nicht lacht, heult – aus rein wirtschaftlicher Notwendigkeit.