der Unterschied ist halt doch größer als die oft und gerne kolportierte gemeinsame Sprache. „Olles Leiwand“ vs. „Alles Knorke, oder wat“?

Es geht doch eher sehr in die Richtung, dass in Deutschland die „Lage ernst, aber nicht hoffnungslos“, hier zu Lande „hoffnungslos, aber nicht ernst“ ist. Politisch wie intellektuell, wie auch im täglichen Umgang. Dies manifestiert sich im Vergleich der Leistungsschau beider Regierungen heutzutage mehr als nur recht deutlich. Mag man nicht mit jeder Merkelschen Entscheidung einverstanden seien, man kann diese nachvollziehen und/oder akzeptieren. Beim Werner fällt‘s schon im gegenteiligen Fall schwer.

Ein Volk, dessen verkümmertes Nationalbewusstsein sich in Mythen, Konflikten und (eigenwilligen) Konstruktionen irgendwo zwischen Opfermythos (historisch wie aktuell) und dem »Protokoll Nr. 10 über die Verwendung österreichischer Ausdrücke der deutschen Sprache« zum österreichischen EU-Beitrittsvertrag bewegt. Dass es sich bei bei Palatschinken nicht um irgendeinen Schinken handelt, sondern um einen Pfannkuchen, ja darüber können wir lachen. Verantwortungsvolles Handeln – im Großen wie auch (von Dir geschilderten) Privaten, nee dat is nich unser Ding

Der Schriftsteller Franzobl, meint: “Sie verstehen unseren Humor nicht, nehmen alles ernst und meinen, immer Recht zu haben.” Österreichisch-deutsche Ressentiments als Daseinsberechtigung.

Was wäre aber, wenn vieles eben „ernst zu nehmen“ ist und „sie“ – Höflichkeitsform für „diese Piefkes“, von der älteren Generation auch liebevoll als „Marmeladinger“ bezeichneten Nachbarn – (zumindest oft) recht hätten, und dann?

All das, was in Österreich weinselig zur „Gmüatlichkeit“ verklärt wurde und wird, sind letztlich im Leben außerhalb der geschützten Werkstätten Heuriger, Beisl (Kneipe – Gott bewahre) und Parlament Charakterdefizite. Eine Täter- Opferumkehr eigenartiger Charaktereigenschaften. Typisch Ö halt.

Dazu kommt noch, dass die berühmtesten Österreicher entweder tot oder ausgewandert sind. (von lustigen Skiakrobaten mal abgesehen).

Graf Chojnicki hat es erkannt: „ohne unsere Regierungstrottel wäre ganz gewiss auch dem äußerlichen Anschein nach gar nichts merkwürdig“ (© Joseph Roth / Kapuzinergruft). Selbiger stellt auch noch fest: „Auf den Bergen wohnt die Dummheit, sage ich, Josef Chojnicki“„.

Ach, es gäbe noch so viel, hilft alles nicht, ist auch kein wahrer Trost, aber im Gunkel’schen Sinn: „Einmal am Tag muss es raus, dann geht’s mir besser

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