An sieben Tagen sollst Du ruhen
Arbeit geben ist seliger denn Arbeit nehmen
Wer von uns hat es noch nicht gehört, dies böse Wort: “Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen“, (2 Thess 3,10);
Zweifelt nicht, Ihr die Ihr nicht von Euer Hände Werk lebt. Es ist ein durchaus gefälliges Werk wenn: “nicht alle Glieder den gleichen Dienst verrichten” (Röm 12,14; vgl. LG 24; PO 2). Entgegen dieser in christlichen Kreisen weit verbreiteten Meinung geht’s es auch anders, denn: “Wenn jemand etwas tut – welchen Vorteil hat er davon, dass er sich anstrengt“ (Koh 3,9). Allein: “Der Segen des Herrn macht reich, eigene Mühe tut nichts hinzu” (Spr 10,22).
So habet keine Furcht vor dem Urteil anderer, denn es steht geschrieben: “An keinem Lebenden soll man verzweifeln” (Augustinus, In Ps 36 en. serm. 2,11, PL 36,370), und schmettert Ihnen entgegen: “Wer bist du, dass du einen fremden Knecht richtest?” (Röm 14,4). Ich aber sagt Euch: “Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die übrigen Menschen“. (Lk 18,11) Verurteilt man Euch jedoch weil Ihr nicht von Euer Hände Werk lebt, so “Lasst sie! Sie sind blinde Führer von Blinden” (Mt 15,12.14), ihr Weg führt in die Verderbnis.
Ihr aber wisst: “Und selig ist, wer an mir nicht Anstoß nimmt” (Mt 11,6; vgl. Lk 7,23; Joh 6,60-67). Denn Ihr lebt nach dem Wort: “Bittet, und es wird euch gegeben werden. Suchet, und ihr werdet finden. Klopfet an, und es wird euch aufgetan werden” (Mt 7,7; vgl. Mk 11,24). Doch seid in der Gunst die Ihr empfangt nicht engherzig: “Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr auch geben” (Mt 10,8). Doch wählt weise wen Ihr beglückt: “Es ist nicht recht, das Brot der Kinder zu nehmen u. es den Hündlein hinzuwerfen” (Mt 15,26). So gehet hin, und verbreitet die Botschaft, denn “Ich beschwöre euch beim Herrn, dass der Brief allen Brüdern vorgelesen werde“, (1 Thess 5,27).
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